Datum Tag Uhrzeit Programm
20.1.2013 Sonntag 10:30 Uhr
20.1.2013 Sonntag 14:30 Uhr
20.1.2013 Sonntag 16:00 Uhr
27.1.2013 Sonntag 10:30 Uhr

Geschichte



1963 wurde das Kleinplanetarium in Kanena unter der Anleitung von Herrn Kockel erbaut. Ein häufiger Gast des Kanenaer Planetariums war der damalige Oberbürgermeister Hans Pflüger. Er war bei der Marine Offizier für Nautik, woraus seine große Begeisterung für den Sternhimmel resultierte.

Anfang der 70er-Jahre stellten die Carl-Zeiss-Werke in Jena ein neues Planetariumsgerät vor, von welchem der Oberbürgermeister fasziniert war. Die Carl-Zeiss-Werke in Jena suchten für ihren neuen Planetariumsprojektor ein Planetarium als Referenzobjekt für ihre Kunden.

Halle bekam den Zuschlag und so konnte der Bau 1976 beginnen.
Ursprünglich sollte der Standort des Planetariums der Stadtpark von Halle sein. Zur Vermeidung von Streulicht musste auf die Peißnitzinsel ausgewichen werden.


Um die Kosten für das Gebäude niedrig zu halten, nutzte man eine zur damaligen Zeit für Planetarien neuartige Bauweise.
Der hallesche Architekt Herbert Müller entwickelte in den 50er-Jahren die sogenannte HP-Schale, mit der sich ohne zusätzliche Träger ein großer Spannraum überbrücken ließ. Herbert Müller, im Volksmund auch "Schalenmüller" genannt, projektierte und betreute den Planetariumsbau in seiner gesamten Bauphase von 1976 - 1978.

Der Rundbau, das eigentliche Planetariumsgebäude, wurde aus nur 5 verschiedenen Bauteilen errichtet, wobei jedes Bauteil 28 mal vertreten war. Die Schalenbauweise fand auch bei den Nebengebäuden Verwendung.
Das so errichtete Gebäude ist architektonisch einmalig, es gibt kein anderes Planetarium in dieser Bauweise.


Die hyperbolischen Paraboloidschalen fertigte die Firma Betonwerk Luckenwalde, alle anderen Betonelemente wurden im Betonwerk Merseburg hergestellt.

Zusätzliche Kosten verursachten die aufrecht stehenden HP-Schalen, da sie aufgrund von Regen keinen einheitlichen Grauton besaßen. Da für einen weißen Anstrich offiziell keine Gelder vorhanden waren, stellte der damalige Oberbürgermeister, nicht ganz legal, aus anderen Töpfen finanzielle Mittel zur Verfügung. Deshalb nannte die Bevölkerung das Planetarium auch den "Schwarzbau mit weißem Anstrich".

Insgesamt hat der Bau des Planetariums 3,2 Mio. Mark der DDR gekostet, davon allein der Projektor vom Typ "Spacemaster DP1" 700.000 Mark. Den Projektor hatte Halle schon um 300.000 Mark preisgünstiger von Carl-Zeiss-Jena erhalten, da das Planetarium in Halle für Jena als Referenzeinrichtung dienen sollte und das Gerät schon 1976 zur Messe in Leipzig ausgestellt war.

Als erster Planetariumsprojektor ließ sich der "Spacemaster DP1" manuell und voll automatisch steuern.

Im November 1978 wurde das Planetarium eingeweiht.
Die Daten im Überblick:
- Kuppeldurchmesser 12,5 m, zählt damit zur Gruppe der Mittelplanetarien
- 130 Sitzplätze im Kuppelsaal
- 65 Sitzplätze im Hörsaal
- großes Foyer
- Seitenfoyer mit Dauerausstellung

Unter den zahlreichen Besuchern waren viele prominente Wissenschaftler, Kosmonauten, Astronauten aus aller Welt und hochrangige Vertreter aus Wirtschaft und Politik.


1992/93 waren schwere Jahre für das Planetarium. Nachdem aber nach langem Kampf Astronomie auch weiterhin als Unterrichtsfach an den Schulen von Sachsen-Anhalt gelehrt wird, erlebte das Planetarium Halle seine Renaissance.
Es ist nach wie vor eine Einrichtung der Stadt Halle. Allerdings schrumpfte das Personal von vormals 8 Mitarbeitern beträchtlich. Neben der Leiterin des Planetariums sind speziell für die Unterrichtsdurchführung 3 Lehrer mit insgesamt 21 Stunden pro Woche im Planetarium tätig.

An den Wochenenden werden die Veranstaltungen von Referenten live moderiert.